Potenzial-Studie Satellitendaten Auswertung

Abbildung einer automatisierten Lawinenkartierung
Foto: BFW

Die Studie der WLV und des BFW zeigt, wie Satellitendaten genutzt werden können, um Schnee, Lawinen und Schutzwälder besser zu beobachten. Dabei wurde untersucht, ob sich Waldschäden erkennen und Schneehöhen berechnen lassen, um Naturgefahren künftig schneller und großflächiger einschätzen zu können.
 

Ziel dieser Studie der WLV (Wildbach und Lawinenverbauung) gemeinsam mit dem BFW (Bundesforschungszentrum für Wald, Institut für Naturgefahren) war es zu untersuchen, wie Satellitendaten künftig bei der Beobachtung von Schnee- und Lawinenprozessen sowie von Schutzwäldern eingesetzt werden können. Dazu wurden Satellitendaten in mehreren Tiroler Bezirken sowie in einem Untersuchungsgebiet im Hinteren Ötztal analysiert. Die Studie diente vor allem dazu, neue Methoden zu testen und Erfahrungen zu sammeln, um im Ereignisfall großflächig Daten erheben und auswerten zu können.

Im Bereich Schutzwald lag der Fokus auf der Erkennung von Waldstörungen, etwa durch Stürme oder Borkenkäfer. Da Schutzwälder in Tirol eine wichtige Rolle beim Schutz vor Naturgefahren wie Lawinen oder Steinschlag spielen und derzeit durch die Klimaveränderungen stark unter Druck stehen, ist ein rasches Erkennen solcher Schäden entscheidend. Mithilfe von Satellitendaten wurde eine Störungskarte erstellt, die Abweichungen im Vegetationszustand sichtbar macht und mögliche Schadflächen identifiziert. Der Vergleich mit Geländekartierungen zeigte, dass größere, zusammenhängende Schadflächen zuverlässig erkannt werden, während sehr kleinräumige Schäden teilweise unterschätzt werden. Insgesamt erweist sich die Methode als kostengünstige Möglichkeit, Veränderungen im Schutzwald großflächig zu erfassen – besonders in schwer zugänglichen Gebieten.

Blick auf Winter-Szene im Ötztal

Beim Thema Schnee und Lawinen wurde untersucht, ob sich Schneehöhen aus hochauflösenden Satellitenbildern berechnen lassen. Dafür wurden Stereoaufnahmen eines Satelliten aus dem Winter und Sommer ausgewertet und daraus digitale Geländemodelle erstellt. Durch den Vergleich mit vorhandenen Laserscandaten konnte gezeigt werden, dass diese Methode grundsätzlich funktioniert und realistische Ergebnisse liefert. Die Genauigkeit wird jedoch von verschiedenen Faktoren beeinflusst, etwa von der Bildqualität, der Geländeform oder der Beschaffenheit der Schneedecke. Hier können in den nächsten 3-4 Jahren weitere große Verbesserungen erwartet werden, da zusätzliche hochauflösende Satelliten wie Pleiades Neo bereits in den Startlöchern stehen.

Insgesamt zeigt die Studie, dass optische Satellitenfernerkundung eine wertvolle Ergänzung zu bestehenden Mess- und Kartierungsmethoden darstellt. Sie ermöglicht eine regelmäßige, großflächige Beobachtung von Waldzuständen und Schneeverhältnissen. Gleichzeitig bestehen Einschränkungen, etwa durch Wetterbedingungen, Kosten hochauflösender Daten und den technischen Aufwand der Auswertung. Die Ergebnisse liefern eine wesentliche Grundlage, um den aktuellen und zukünftigen Einsatz von Satellitendaten in der Wildbach- und Lawinenverbauung besser planen zu können.