Steinschläge, Felsstürze und Bergstürze

Felssturz
Foto: die.wildbach

Steinschläge, Felsstürze und Bergstürze gehören zu den gravitativen Naturgefahren.

Steinschläge sind Naturereignisse, bei denen einzelne Gesteinsbrocken aus höher gelegenen Gebieten in Richtung Tal rollen, springen oder gleiten. Als Auslöser eines Steinschlags genügt schon ein unbedachter Schritt einer Wanderin oder eines Wanderers. Auch Gämse können Steinschläge auslösen. Weitere Faktoren können sein: Frost- oder Tauwechsel, Niederschlag, Erdbeben oder eine fortschreitende Verwitterung. Durch die Wurzeln und die ständige Hebelbewegung des Baumes kann es ebenfalls zu einer Auflockerung des Gesteins und in weiterer Folge zu Steinschlägen kommen.

Steinschlag entsteht durch das Zusammenspiel von Verwitterung, geologischer Struktur und Schwerkraft. In Felswänden gibt es Klüfte, Schichtflächen und andere Schwächezonen, entlang derer sich Gesteinsblöcke ablösen können. Physikalische Verwitterung durch Frost-Tau-Wechsel spielt eine zentrale Rolle: Wasser dringt in Risse ein, gefriert, dehnt sich aus und sprengt den Fels schrittweise auf. Auch Temperaturspannungen, Wurzeldruck von Pflanzen oder chemische Verwitterungsprozesse tragen dazu bei, dass sich Gesteinspakete lockern und die Festigkeit von Gesteinen über die Zeit abnimmt. Wenn die Haltekräfte überschritten sind oder ein zusätzlicher Impuls (z. B. Erschütterungen, starke Niederschläge) hinzukommt, können sich Steine lösen und der Schwerkraft hangabwärts folgen. Ihre Bahn wird von Blockformen, Vegetation und Gelände beeinflusst; Schutzbauwerke wie Steinschlagschutznetze oder -dämme versuchen, die Bewegungsenergie aufzunehmen.

Wenn größere, mehr oder weniger kompakte Felsmasse abbrechen, spricht man von einem Felssturz.

Die Entstehung von Fels- und Bergstürzen ist ein langsamer Vorbereitungsprozess mit einem meist plötzlichen Versagen. Über oft lange Zeiträume schwächen Verwitterung, Erosion, Gletscherrückzug und geologische Strukturen einen Gebirgskörper. Kluftsysteme, Schichtgrenzen oder Störungszonen trennen Felsblöcke von ihrem Untergrund. Eis und Wasser in diesen Spalten fördert Frostsprengung, chemische Verwitterung und die Verringerung der Reibung. Wenn tragende Elemente wie beispielsweise intakte Felsblöcke oder Felsbrücken ausfallen oder Stützfunktionen wie zum Beispiel Gletschereis am Hangfuß wegfallen, nimmt die Hangstabilität ab. Zusätzliche Belastungen durch starke Niederschläge, Erdbeben oder menschliche Eingriffe (zum Beispiel Tunnelbau, Abbauarbeiten, etc.) können als Auslöser wirken und das System zum Kippen bringen. Felsstürze und Bergstürze können aber auch spontan abgehen. Der Hang ist lange Zeit stabil bis durch verschiedene Einflüsse eine kritische Gleichgewichtsgrenze überschritten ist. Sobald das Gleichgewicht kippt, stürzt die Felsmasse ab, zerbricht beim Aufprall und kann sich als Schuttstrom bzw. Schuttlawine weit ins Tal hinein ausbreiten.