GeoMonitorAT: Programm zur Prävention gegen große Massenbewegungen

Am oberen Rand einige Häuser in der Landschaft, knapp darunter eine große, steile, steinig-erdige Fläche, bei der es zu einer Rutschung gekommen ist.
Foto: Gemeinde Doren

Ziel des Aktionsprogramms GeoMonitorAT ist die bundesweite Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Früherkennung und Beobachtung von kritischen Massenbewegungen, die Ableitung der damit verbundenen Risiken sowie die Umsetzung und Finanzierung von erforderlichen Präventionsmaßnahmen.

 

Österreich ist aufgrund seiner alpinen Lage besonders von Naturgefahren betroffen. Wenn Bergflanken in Bewegung geraten, geschieht das sehr selten, aber dafür mit elementarer Wucht.

Was sind Große Massenbewegungen?

Große Massenbewegungen sind gravitative, durch die Schwerkraft ausgelöste, Bewe­gungen von Fels, Erde und Schuttmassen, fallweise vermischt mit Wasser oder Eis. Das Spektrum umfasst Bergstürze und tiefgründige Hangbewegungen sowie massenreiche Schuttströme und Murgänge.

Als „groß“ werden Ereignisse eingestuft, die mit einem Volumen von über 100.000 Kubik­metern landschaftsverändernde Prozesse induzieren und sehr selten (alle 300 Jahre oder mehr) auftreten. So unterscheiden sie sich daher deutlich von „kleinen“ und „häufigen“ Stein­schlägen und Hangrutschungen.

Zu den Ursachen zählen beispielsweise hohe Hangwasser­stände, geologische Vorprägungen, tektonische Spannungen, Erosion durch Gletscher oder Fließgewässer und Erdbeben.

Blick auf karges, alpines Gebiet mit brauner Erde und Bergspitzen, in der Mitte ein grauer Gesteinsstreifen, wo der Bergsturz passierte.

Klimawandel verschärft Risiko

Große Massenbewegungen können enorme Schäden verursachen und Menschen, Infrastruktur sowie Wirtschafts- und Tourismusstandorte massiv gefährden. Der Klimawandel verschärft diese Risiken zusätzlich: Starkregen bis in große Höhen, der Rückgang der Gletscher und das Auftauen von Permafrost erhöhen die Eintrittswahrscheinlichkeit und Dynamik solcher Ereignisse erheblich.

Zwar ist Österreich im Bereich der Vorsorge für alpine Naturgefahren – wie Muren, Hochwasser, Lawinen und Steinschlag – exzellent vorbereitet, neue Gefahrenszenarien infolge der Erderwärmung im alpinen Raum, wie solche extremen Massenbewegungen, stellen das bestehende Schutzsystem vor neue Herausforderungen und erzeugen Bedarf nach modernen Sicherheitskonzepten.

Ein silbernes, rechteckiges Messgerät steht an einem Berghang. Dahinter sieht man eine Straße und eine bergige Landschaft.

Neues Aktionsprogramm zum Monitoring gestartet

Mit dem neuen Aktionsprogramm GeoMonitorAT baut das Bundesministerium ein bundesweit koordiniertes Monitoringsystem für große Massenbewegungen auf.

Ziel ist die Entwicklung und Umsetzung der essenziellen Maßnahmen für eine Früherkennung und Beobachtung kritischer (akuter) Massenbewegungen, die Ableitung der damit verbundenen Risiken sowie die Umsetzung und Finanzierung der erforderlichen Präventionsmaßnahmen im Rahmen des nationalen Naturgefahren-Risikomanagements. 

Genutzt werden hierbei moderne Satelliten-, Sensor- und Fernerkundungstechnologien sowie bestehende Daten, die zusammenführt werden.
 

5 Handlungsfelder mit den Maßnahmen des Aktionsprogramms: Gefahren erfassen mit den Maßnahmen: M1 Nationales Inventar Großer Massenbewegungen, M2 Aufbereitung der Fernerkundungsdaten; Risiken bewerten mit der Maßnahme: M3 Nationale Gefahren- und Risikoanalyse; Entwicklung beobachten mit der Maßnahme: M4 Bundesweites Monitorprogramm; Vorsorgemaßnhamen umsetzen mit den Maßnahmen: M5 Risikovorsorge und Maßnahmenbeurteilung, M6 Nationales Wissensnetzwerk GeoMonitorAT; Risiken kommunizieren mit der Maßnahme M7 Öffentliche Information und Bewusstseinsbildung sowie Medienkommunikation


Das Aktionsprogramm setzt sich aus fünf zentralen Handlungsfeldern mit sieben Schlüsselmaßnahmen zusammen:

 

 

 

 

 

So wird das Programm umgesetzt

Die Steuerung des Programms liegt beim Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK). Die Umsetzung erfolgt durch die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) gemeinsam mit Partnern wie GeoSphere Austria (GSA), dem Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), den Landesgeologischen Diensten sowie den einschlägigen wissenschaftlichen Einrichtungen in Österreich. Die Finanzierung ist vorläufig über Mittel der Wildbach- und Lawinenverbauung vorgesehen. Für die Umsetzung aller Maßnahmen wird es jedoch zusätzliche Mittel, beispielweise aus dem Katastrophenfonds brauchen.

Die Laufzeit des Programms ist vorerst von 2026 bis 2030, jedoch ist das Ziel eine langfristige Etablierung des Monitorings.