Räumliche Verteilung von Wildbachereignissen

Kartografische Darstellung von Ereignissen (mit speziellem Fokus auf das Bundesland Salzburg)

Die Wildbachereinzugsgebiete Österreichs erstrecken sich großteils über das gesamte Bundesgebiet. Topografisch bedingt zeigt sich eine Anhäufung von Wildbacheinzugsgebieten im Alpenraum, während im Voralpengebiet und den außeralpinen Regionen eine geringere Dichte an Wildbacheinzugsgebieten vorherrscht. Aufgrund verschiedener Einflussfaktoren wie Geologie, Relief oder Niederschlag treten in diesen Einzugsgebieten Murgänge und/oder Hochwässer auf.

Basierend auf einer Auswertung der Gefahrenzonenpläne der WLV, den Einträgen des Wildbach- und Lawinenkatasters sowie anderer historischer Quellen (z.B. „Brixner-Chronik“, Stiny) konnten bisher rund 17.800 Wildbachereignisse registriert und verortet werden. Der Datensatz umfasst Ereignisse von 600 n. Chr. bis in die Gegenwart. Die Karte der „räumlichen Verteilung von Wildbachereignissen in Österreich“ zeigt die Streuung dieser Ereignisse über das Bundesgebiet.

Trotz Unvollständigkeit der Datensätze zeigt sich eine Häufung von Wildbachereignissen in den westlichen Bundesländern. In den Bundesländern Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg sind in absoluten Zahlen ausgedrückt 62 % der registrierten Ereignisse aufgetreten. Betrachtet man nur Murgänge alleine, scheinen auch diese in den westlichen Bundesländern häufiger vorzukommen. Zu beachten ist, dass in der Regel nur Ereignisse dokumentiert wurden, die zu Schäden an Personen und Sachwerten geführt haben.

Das Bundesland Salzburg wurde ausgewählt, um die vorhandenen Daten mit einem höheren Detaillierungsgrad darzustellen zu können. Insgesamt wurden in Salzburg 2.430 Wildbachereignisse (Hochwässer, Murgänge) dokumentiert und nach Größenordnung klassifiziert. Die Karte der „Wildbachereignisse in Salzburg“ zeigt die Wildbacheinzugsgebiete sowie die darin aufgetretenen kleinen und großen Hochwässer bzw. Murgänge. Größere Murgänge scheinen sich im Lungau, Gasteinertal und im Bereich Zell am See zu häufen. Im Norden des Bundeslandes traten eher Hochwässer und wenige Muren auf.

Wenn die Kartendarstellungen auch nur einen groben und unvollständigen Überblick über die Verteilung von Naturkatastrophen und Schadensereignisse durch Wildbäche geben, so gewinnt man doch einen guten Eindruck über die generelle Exposition der österreichischen Gebirgsregionen für Wildbachgefahren.

Veröffentlicht am 05.01.2021, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/4)