Informationen für Betroffene

Bereitstellung von Ereignisdaten und Informationen für die Öffentlichkeit durch den Forsttechnischen Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung

Die Information über Ausmaß und Wirkungen von Naturgefahren – womöglich auf eigenem Grund und Boden – ist essentiell für jeden Betroffenen. Sei es zum Schutz von Leib und Leben oder zur Sicherung des eigenen Hab und Gut. Bei naturgefährlichen Prozessen steht dabei immer die eigenverantwortliche Vorsorge an erster Stelle. Wer jedoch die Gefahr nicht kennt, kann auch schwerlich dagegen ankämpfen.

Bei der Dokumentation von schadensrelevanten Ereignissen steht die sachliche Darstellung von Beobachtungen im Sinne einer Beweissicherung im Vordergrund. Für jede Bürgerin und jeden Bürger mit begründetem Interesse muss ein entsprechender Informationszugang geschaffen werden, wobei die Art der Bereitstellung der zum Teil sensiblen Daten einem spekulativen Missbrauch vorbeugen sollten.

Die erste und unmittelbarste Art der sachlichen Informationsvermittlung erfolgt über die Fachleute der Gebietsbauleitungen der Wildbach- und Lawinenverbauung. Deren regionale Zuständigkeit ist gesetzlich geregelt und ist über das Internetportal des Lebensministeriums ersichtlich.

Als zweites für die Raumplanung wesentliches Planungsinstrument stehen die Gefahrenzonenpläne der Wildbach- und Lawinenverbauung als gemeindeweise Informationsquelle zur Verfügung. In diesen werden gutachterlich jene Bereiche dargestellt, die als Dauersiedlungsraum aufgrund der Gefahr für Leib und Leben ungeeignet (Rote Zonen = „Bauverbot") oder aufgrund des zu erwartenden Schadens nur stark eingeschränkt (Gelbe Zonen = „Bauen mit Schutzauflagen") nutzbar sind. 

Bei der Erstellung der Gefahrenzonenpläne fließen die Erkenntnisse aus der Ereignisdokumentation direkt mit ein. Die Pläne selbst stehen in den örtlichen Gemeinden oder regionalen Gebietsbauleitungen zur Einsichtnahme zur Verfügung. Künftig werden diese auch mittels des digitalen Wildbach- und Lawinenkatasters auf der Geoinformationsplattform des Lebensministeriums als eigene Fachkarte publiziert und bereitgestellt werden.

Die Information über einzelne Ereignisse für die Öffentlichkeit erfolgt künftig ebenfalls über diese Internet-Plattform. Nähere Details zu den dort bereitgestellten Einzelmeldungen sind wieder über die zuständigen Gebietsbauleitungen oder die ebenfalls dokumentierenden Partnerinstitutionen eruierbar. Welche dieser Partnerinstitutionen konkret für die Erhebung des jeweiligen Datensatzes verantwortlich zeichnet, ist anhand des 5W-Standards der einzelnen Ereignismeldung erkennbar.

Der interdisziplinäre Fachaustausch von Ereignisdatensätzen erfolgt über ein eignes definiertes Daten-Service im bestehenden Ereigniskataster der Wildbach- und Lawinenverbauung. Dieses ist für alle an der gemeinsamen Erfassung und Dokumentation beteiligten Bundes- und Landesinstitutionen zugänglich. Dort können alle Ereignisinformationen über individuell zusammenstellbare räumliche, zeitliche und/oder fachspezifische Filterungen gruppiert und abgefragt werden.

Naturgefahrenereignisse kennen keine politischen Grenzen. Die Kenntnis, was sich wann und wo in welchem Ausmaß und wie häufig ereignet hat, ist nicht nur bundesweit, sondern auch für die von den Folgen überregionaler Hochwässer betroffenen Nachbarländer essentiell.

Um die entsprechenden Ereignisinformationen auch transnational und standardisiert zu kommunizieren, wurde das Internetportal des Disaster Information System of Alpine Regions (DIS-ALP) als automatisierte Publikationsplattform eingerichtet. Dieses internationale Portal wurde im Zuge des von der EU geförderten Interreg IIIB Alpine Space Programmes gemeinsam mit verschiedenen Partnerländern des Alpenraumes entwickelt und stellt zusätzlich zu den Ereignisdaten auch einen mehrsprachigen Naturgefahren-Thesaurus für den interessierten Laien bereit.

Damit stehen verschiedenste Informationsquellen – von der direkten Detailinformation für die betroffene Bevölkerung an den Fachstellen über den fachübergreifenden Datenaustausch bis hin zur internationalen Risikokommunikation – zur Verfügung. Entscheidend für deren Nutzung sind aber Qualität und Vollständigkeit der enthaltenen Informationen. Im Sinne der Ereignisdokumentation ist dies mit Sicherheit auch im Zusammenhang mit Themen wie Eigenvorsorge und Klimawandel eine Herausforderung für die nahe Zukunft. 

Veröffentlicht am 11.01.2021, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/4)