Das Ereignisportal des digitalen Wildbach- und Lawinenkatasters

des Forsttechnischen Dienstes für Wildbach- und Lawinenverbauung

Die Dokumentation von Naturgefahren bildet einen wesentlichen Baustein bei der Bekämpfung und Vorhersage von Katastrophen, als unverzichtbarer Bestandteil der Entwicklung von Schutzstrategien im Rahmen eines umfassenden Risikomanagements des Forsttechnischen Dienstes für Wildbach- und Lawinenverbauung.

Aufbauend auf international anerkannten Erkenntnissen des Projektes DOMODIS (Documentation of Mountain Disasters) des ICSU-CDR (International Council for Science, Committee on Disaster Reduction (vorm. ICSU-SC IDNDR) und der IAG (International Association of Geomorphologists) und gemeinsam mit verschiedenen Fachexpertengruppen (Naturgefahren Kärnten) wurde mit dem Ereigniskataster ein standardisiertes Werkzeug zur Erfassung und Sammlung von Ereignisinformationen im Rahmen des Digitalen Wildbach- und Lawinenkatasters konzipiert und entwickelt.

Der Digitale WLK besteht – als geoinformationsgestütztes Managementsystem für Naturgefahren – aus unterschiedlichen Fachmodulen. Diese stellen räumliche Daten in standardisierter Form zur Verfügung. Die wesentlichen Informationen betreffen Wildbach- und Lawineneinzugsgebiete, Gefahrenzonenpläne und Gutachten, den Ereigniskataster, den Bauwerkskataster und Projektinformationen sowie zusätzliche Basisdatensätze (Naturraum- und Grundstücksinformationen, Orthofotos, digitale Kartenwerke u. Ä.).

Zielsetzung der standardisierten Ereignisdokumentation ist die institutionsübergreifende, bundesweite Sammlung und Bereitstellung von Informationen über Naturgefahrenereignisse in Wildbach- und Lawineneinzugsgebieten sowie Risikogebieten für Steinschlag und Rutschungen.

Die Entwicklung des Ereigniskatasters geht mit der Umstellung der bisher analog erfolgten Hochwasser- und Lawinenmeldungen auf eine digitale Internetapplikation einher. Die räumliche Verortung und Beschreibung von Prozessen, Schäden, betroffenen Verbauungen und den dazugehörigen Dokumenten ermöglicht eine kartographische Verschneidung der so gewonnenen Informationen mit anderen entscheidungsrelevanten Daten.

Um eine fachübergreifende Vergleichbarkeit der gesammelten Ereignisinformationen zu gewährleisten, war die Vereinheitlichung der Naturgefahrendokumentation anhand eines allgemein gültigen Mindeststandards Voraussetzung.

Dieser Mindeststandard (kurz „5W-Standard") umfasst im Wesentlichen die Informationen, welche Naturgefahr (was) in welchem Bereich (wo) zu welchem Zeitpunkt (wann) von welcher Person (wer) beobachtet wurde und optional was die vermutlichen Gründe der Auslösung waren (warum).

Veröffentlicht am 11.01.2021, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/4)