Oberösterreichischer Schutzwald bietet Sicherheit vor Naturgefahren

Schutzwald hat in Österreich einen wichtigen Stellenwert zum Schutz der Bevölkerung vor alpinen Naturgefahren. In Kombination mit technischen Schutzmaßnahmen, die eine sofortige Schutzwirkung gewährleisten, wird schnell, langfristig und nachhaltig der Schutz für den Siedlungsraum und wichtige Infrastruktureinrichtungen sichergestellt.

Bannwald schützt Hallstatt seit 1879

Hallstatt ist einer der ältesten Siedlungsräume der Alpen und liegt an einem stark exponierten Uferstreifen zwischen dem Steilabfall des Plassen (Salzberg) und dem Hallstätter See. Ohne die Schutzwirkung des Waldes wäre der sichere Bestand der Ortschaft an dieser Stelle nicht möglich.

In der Gemeinde Hallstatt besteht bereits seit 1879 ein Bannwald. Im Zuge des Generellen Projektes Bannwald Hallstatt, das am 8. September 2020 genehmigt wurde, wird die Bannwaldfläche ausgeweitet. In diesem Bereich wurde im Sommer 2018 durch einen Waldbrand der Schutzwald stark geschwächt. Wenige Stunden nachdem das oberflächige Wurzelwerk, das den Fels zusammenhielt, verbrannt war, kam es zu Steinschlägen im Siedlungsgebiet.

Mit dem Generellen Projekt wird der bestehende Schutz langfristig gesichert und der verlorene Schutz zurückgewonnen und verbessert. Durch unterstützende, technische Maßnahmen, wird in besonders gefährdeten Bereichen ein rascher Schutz geboten.

Das Projekt sieht eine Laufzeit von 30 Jahren vor, in denen 20 Millionen Euro investiert werden. Nur durch diese langfristige Projektlaufzeit kann eine dauerhafte Pflege der Schutzwaldflächen auf den extrem steilen und schwer bewirtschaftbaren Flächen erfolgen, und damit die Gemeinde Hallstatt vor einer Vielzahl von Schadereignissen geschützt werden.

Steinschlagschutz durch Wald und Technik

Auch an anderer Stelle in Oberösterreich konnte vor kurzem ein wichtiges Projekt zum Schutz des Siedlungsraums vor Steinschlag zur Umsetzung gebracht werden. Eine steile Feldklippe in Leonstein wird durch eine Kombination von Steinschlagnetzen und waldbaulicher Maßnahmen gesichert. Als Grundlage für dieses Projekt wurde das Waldgebiet von der zuständigen Bezirkshauptmannschaft am 25. August 2020 in Bann gelegt.

Beide Projekte sind gute Beispiele für die intensive Zusammenwirkung von Natur und Technik zum Schutz vor Naturgefahren, basierend auf einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Forstdienst (Österreichische Bundesforste, Landesforstdienst) sowie der WLV im Rahmen des Aktionsprogramms „Wald schützt uns“.

Veröffentlicht am 05.10.2020, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/4)

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