Schutz vor Naturgefahren

Das Maßnahmenspektrum in Österreich ist breit: Es reicht von der Vorsorge(=Präventions)wirkung der Rechtsnormen über die Gefahrendarstellung und Technische Schutzmaßnahmen bis zum Gebäudeschutz.

Rechtsnormen mit Präventionswirkung

In zahlreichen nationalen Gesetzen, in europäischen Richtlinien und Staatsverträgen finden sich Rechtsnormen mit Präventionswirkung gegen Naturgefahren. Vor allem im nationalen Wasserrecht, Forstrecht, Raumordnungsrecht und Baurecht kann man entsprechende Regelungen finden. 

Naturgefahrenforschung und Naturgefahrenbeobachtung (Monitoring)

Das Ziel der Erforschung von Naturgefahren ist möglichst umfassende Kenntnisse über die in der Natur ablaufenden Prozesse zu erlangen und dadurch möglichst genaue Vorhersagen des Eintrittszeitpunktes von katastrophalen Ereignissen zu machen.

Präventive Planung (Gefahren- und Risikoplanung)

Der räumlichen Darstellung von Gefahren und Risiken sowie der Möglichkeiten, diese durch planerische Maßnahmen zu reduzieren und drohenden Schäden vorzubeugen, wird im Naturgefahrenmanagement größte Bedeutung beigemessen.

Technische Schutzmaßnahmen

Technische Schutzmaßnahmen bieten aktiven Schutz, indem sie direkt in den Naturprozess eingreifen und entweder dessen Entstehung verhindern oder seine Wirkung eindämmen. Zu diesen Maßnahmen zählt der Schutzwasserbau, der mobile Hochwasserschutz, die Wildbachverbauung, die Lawinenverbauung, die Steinschlagverbauung und technischer Schutz gegen Rutschungen, Felsstürze und Wind.

Forstlich-biologische Schutzmaßnahmen

Der Wald und die Vegetation im Gebirge erfüllen grundlegende und vielfältige Schutzfunktionen gegen Hochwasser, Erosion, Lawinen, Steinschlag und Rutschungen an Hängen und entlang der Fließgewässer.

Förderung

In Österreich besteht zwar kein Rechtsanspruch auf öffentliche Subventionierung von Schutzmaßnahmen gegen Naturgefahren, de facto wird jedoch ein Großteil der Maßnahmen aus öffentlichen Mitteln finanziert.

Forstlich-biologische Schutzmaßnahmen
Der Wald und die Vegetation im Gebirge erfüllen grundlegende und vielfältige Schutzfunktionen gegen Hochwasser, Erosion, Lawinen, Steinschlag und Rutschungen an Hängen und entlang der Fließgewässer.

Gebäudeschutz

Grundsätzlich sollen Bauplätze außerhalb von Gefahrengebieten liegen. In gefährdeten Gebieten ist naturgefahrensicheres Bauen notwendig, um das Schadenspotential an Gebäuden zu begrenzen.
Die Planung, die Bauweise und die Verwendung von entsprechenden Baumaterialien sollten an die Region und den konkreten Grad der Gefährdung angepasst werden.

Soll eine Fläche in einem Naturgefahrengebiet genutzt werden, muss abgeklärt werden, ob dies mit den baurechtlichen Bestimmungen sowie dem Gefahrenzonenplan und der Abflussuntersuchung vereinbar und der Aufwand für Schutzmaßnahmen technisch und wirtschaftlich umsetzbar ist.

Veröffentlicht am 11.12.2012, BMLFUW IV/5