Oberösterreich: Nachhaltige Sicherung der Siedlungsbereiche

Gemeinsam mit der österreichischen Bergrettung und den örtlichen Lawinenkommissionen besichtigte Ministerin Elisabeth Köstinger am 22. Jänner 2019 die Schutzvorrichtungen in Oberösterreich.

Bei einem Besichtigungstermin von Lawinenschutz-Bauwerken im oberösterreichischen Ebensee bekräftigte Bundesministerin Elisabeth Köstinger ihre volle Unterstützung bei der nachhaltigen Sicherung der Siedlungsgebiete. Der beste Schutz gegen Lawinen sind technische Maßnahmen und professionell gepflegte Schutzwälder.

Österreichweit gefährden rund 4.600 Lawineneinzugsgebiete den Siedlungsraum. Allein in Oberösterreich sorgen jedoch mehr als 1.200 Lawinenschutz-Bauwerke für die Sicherheit der Bevölkerung.

Ohne wirksamen Schutz wäre das Leben in einigen Ortschaften gar nicht möglich, wie zum Beispiel in Hallstatt. Darum investiert der Bund große Summen, um diese unverzichtbaren Maßnahmen aufrecht zu erhalten und – wo nötig – auch gezielt ausweiten.

Insgesamt 75 Millionen Euro hat allein der Bund in den vergangenen zehn Jahren dafür bereitgestellt. In Hallstatt wäre ohne die seit 1954 errichteten Lawinenschutzbauwerke oberhalb der Ortschaft kein gesichertes Leben während der Wintermonate möglich.

Im gesamten Bundesland Oberösterreich bestehen 1.230 Lawinenschutzbauwerke, davon 894 im Bezirk Gmunden, 171 im Bezirk Steyr Land, 161 im Bezirk Kirchdorf und 4 im Bezirk Vöcklabruck. Nach Gemeinden führend ist Ebensee mit 382 vor Hallstatt mit 325 und Weyer mit 171 Bauwerken.

Große Bedeutung der Schutzwälder

Wälder erfüllen eine wichtige Doppelfunktion: Als Kohlenstoffspeicher schützen sie das Klima und die Bevölkerung als natürliche Barriere vor Naturgefahren. 30 Prozent des Waldbestandes in Österreich erfüllen eine solche Schutzfunktion. Gesamt investiert der Bund jedes Jahr rund 16 Millionen Euro in den Schutzwald. Circa die gleiche Investitionssumme wird von Ländern, Gemeinde und Forstbetrieben aufgebracht.

Instrumente der WLV

Die Aufgabe der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) ist es nicht nur, Wildbächen, Lawinen, Steinschlag und Rutschungen vorzubeugen, sondern auch, die Schutzwirkung der Wälder aufrecht zu erhalten.

Die wichtigsten Instrumente dazu sind:

  • Naturgefahreninformation (Wildbach- und Lawinenkataster, Geodaten)
  • Gefahrenzonenplan (Der GZP ist ein Gutachten, welches die Gefährdung für die Raumplanung und das Bauwesen sowie die Sicherheitsplanung zeigt)
  • Planung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen (Kombination von Natur und Technik)
  • Beratung und Sachverständigentätigkeit
Veröffentlicht am 22.01.2019, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/5)

Mehr zu diesem Thema

Filteroptionen
Hier können Sie Ihre Auswahl nach Elementtypen einschränken.