Ereignisdokumentation: Durchführung und Institutionen

Alpine Naturkatastrophen haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie treten ohne Vorwarnung ein und laufen mit hoher Geschwindigkeit ab. Damit „entziehen" sie sich der Beobachtung durch den Menschen. Entsprechend gering ist das Wissen über die tatsächlich ablaufenden Prozesse. Die Auswirkung der Katastrophenereignisse wird vor allem am Schadensumfang und an den abgelagerten Schnee- und Gesteinsmassen sichtbar.
 

Es gibt viele Gründe, Aufzeichnungen über eingetretene Naturkatastrophen zu führen. Sei es der Dokumentationsdrang des Chronisten, das Bedürfnis nach Schadenskompensation, das Motiv der Opferstatistik, der Forschungsauftrag der Wissenschaft, die Sensationslust der Presse oder die juristische Notwendigkeit der Beweissicherung, in jedem Fall betrachtet der Beobachter das Ereignis mit anderen Augen und wählt eine eigene Form der Darstellung. Berichte über alpine Naturkatastrophen sind daher stets lückenhaft und subjektiv.
 

Erst die systematische Erfassung von Naturkatastrophen durch öffentliche Institutionen hat in Österreich dazu geführt, dass heute Datenbanken und Zeitreihen existieren, die allgemeine Aussagen über Gefahren und Risiken zulassen. In den letzten Jahrzehnten haben verschiedene Organisationen in ihrem Zuständigkeitsbereich die Aufgabe der Ereignisdokumentation entwickelt und wahrgenommen. Dazu zählt die Wildbach- und Lawinenverbauung, die Geologische Bundesanstalt, das Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft, die Österreichischen Bundesbahnen und die Universität für Bodenkultur.