Die großen alpinen Naturkatastrophen in Österreich

Seit dem Ende der letzten Eiszeit von ca. 12.000 Jahren haben zahlreiche Naturkatastrophen ihre Spuren in den Alpen hinterlassen. Wildbäche haben mächtige Schwemmkegel aufgeschüttet, Felsstürze und Steinschlag Gesteinsschutt in großen Halden abgelagert. Besonders eindrucksvolle Landmarken stellen die Tomalandschaften der nacheiszeitlichen Bergstürze dar. Doch es gibt auch alpine Naturkatastrophen, die weniger dauerhafte Spuren in der Landschaft hinterlassen, insbesondere Hochwasser- und Lawinenereignisse. Katastrophen extremer Größenordnung traten in der Geschichte Österreichs immer wieder auf. Doch ist der genaue Zeitpunkt des Eintritts einzelner Katastrophen selten überliefert. Die „Stummen Zeugen“ in der Natur bedürfen daher der Ergänzung durch die vom Menschen erstellten Aufzeichnungen. Aus diesen Informationen können schließlich Chroniken und Zeitreihen zusammengesetzt werden.

Ohne dieses Wissen hat nur ein geringer Teil der betroffenen Bevölkerung eine genauere Vorstellung über die Größenordnung von Naturgefahren, den Ablauf von Katastrophen und das Ausmaß der potenziellen Schäden. Dokumente und Bilder historischer Katastrophen sind das beste Instrument, das Risiko durch Naturkatastrophen in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Die Darstellungen rütteln wach und schaffen Betroffenheit. Der nachfolgende Abschnitt enthält eine „Chronik der großen alpinen Naturkatastrophen in Österreich“. Auf der Zeitreise durch die Geschichte dieser Ereignisse taucht der Leser in eine Welt von Naturgewalten, Zerstörung und menschlichen Schicksalen ein. Andererseits weist die Geschichte auch den Weg aus der Bewältigung von Katastrophen zurück in ein „normales“ Leben. Die Chronik dokumentiert eindrucksvoll die Grenzen des Schutzes. Auch zukünftig werden Naturereignisse eintreten, die vom Menschen nicht beherrschbar sind: Ein Blick in die Vergangenheit, um für zukünftige Katastrophen besser vorbereitet zu sein.